Kategorie: RSB

  • Stellungnahme der GAL-Fraktion zu den Fragen der Pfullinger GEA-Redaktion

    Stellungnahme der GAL-Fraktion zu den Fragen der Pfullinger GEA-Redaktion

    ungekürzte Stellungnahme GAL-Fraktion zu den Fragen der Pfullinger GEA-Redaktion:

    Die Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt haben die Möglichkeit der direkten Demokratie genutzt, um sich hinsichtlich einer besonders einschneidenden Entscheidung des Gemeinderats zu positionieren und darüber abzustimmen. Es ist gut, dass wir diese Möglichkeit haben, auch, um das Werkzeug „direkte Demokratie“ einzuüben und mehr Mitsprache und Mitverantwortung nicht nur einzufordern sondern auch anzuwenden.

    Wir als Fraktion haben uns sehr gefreut; zum einen über die hohe Wahlbeteiligung, zum anderen darüber, dass nach einem intensiven Wahlkampf das Stimmenquorum erreicht wurde. Auch das Ergebnis der Abstimmung freut uns sehr, weil wir diese Variante für die Bessere halten, nach unserer Abwägung ist es die Vernünftigere.

    Wir sind froh, dass die Entscheidung pro Innenstadttrasse ausgefallen ist, haben jedoch im Vorfeld gedanklich mit beiden Entscheidungen rechnen müssen. Dies führt dazu, dass man und frau die Emotionen zurücknimmt und sich ein Stück weit davon distanziert, ob die eigene „Seite gewinnt oder verliert“.  Wir alle wissen, dass beide Varianten ihre jeweiligen Problemstellen mit sich bringen; als GAL-Fraktion werden wir im Gemeinderat und bei unserer Basisarbeit tatkräftig mithelfen, die besten Lösungen für diese Probleme zu finden und umzusetzen.

    Durch das Bürgerbegehren und den Wahlkampf haben sich viele Leute viel mehr informiert als zuvor; vor allem jüngere Menschen sind, auch durch die Aktivitäten des Jugendgemeinderats, erst auf die Möglichkeiten kommunaler Politik aufmerksam geworden. Viele Gespräche und Auseinandersetzungen sind in Gang gekommen.

    Durch Panikmache, Angstmacherei und unnötig unsachliche Argumente sind in der Auseinandersetzung vielleicht Gräben aufgerissen worden, die über einen ordentlichen Disput hinausgegangen sind. Wir sollten dann zurückkehren zum „Disput“, der Figurengruppe auf unserem Marktplatz, deren Schöpfer, der Bildhauer Pilgrim, angeregt diskutierende, streitende, argumentierende Bürger als Symbol demokratischer Meinungsäußerung und Entscheidungsfindung dargestellt hat. Ist somit unser Pfullinger Kunstwerk „Disput“ nicht aktueller denn je?

    Ähnlich wie im Persönlichen oder Familiären – wenn doch Gräben entstanden sind, ist es wichtig, weiterhin und wieder miteinander zu sprechen, Kontakt zu halten oder wieder aufzunehmen und nach Gemeinsamkeiten zu suchen, auch wenn ich nicht alles, was der andere will und wollte, für richtig halte. Wir sollten uns allen zugutehalten, dass jede und jeder das aus ihrer und seiner Sicht Beste gewollt hat. Es war uns als GAL immer wichtig, sich in die Bedarfe anderer Bevölkerungsgruppen und auch in die Sichtweise der „anderen“ Seite hinein zu versetzen, Perspektiven zu wechseln.

    Wir als Fraktion und jede persönlich werden in der Gremienarbeit, in den Begegnungen beim Einkaufen, beim Eisessen und am Biertisch die sachliche Debatte unterstützen, wollen wo es nötig ist, zu Gelassenheit und Verständigung beitragen.

    Pfullingen, den 02.07.2026 – Anke Burgemeister, Dr. Antje Schöler, Traude Koch

    den vollständige GEA-Artikel vom 9. Juli 2026 -hier–

  • Gemeinderatssitzung mit Trassenentscheidung

    Hier ist das Statement der GAL, vorgetragen durch Traude Koch: lesen Sie hier

  • Statement der GAL-Fraktion zur Regionalstadtbahn Neckaralb veröffentlicht im Amtsblatt Pfullingen (Nummer 46/2025-13.11.2025)

    Liebe MitbürgerInnen und liebe KollegInnen im Gemeinderat,

    die Entscheidung für die Stadtbahn und deren Trasse braucht Mut und Phantasie.

    Wir brauchen Phantasie, um uns vorstellen zu können, wie unsere Stadt zukünftig aussehen wird. Wie wollen wir wahrgenommen werden? Als nette verschlafene Kleinstadt, an der das Leben vorbeifährt oder als einladender Ort, in dem das Leben pulsiert? Wer am liebsten mit dem eigenen Auto fährt, kann dies auch weiterhin tun. Parkplätze werden nach wie vor vorhanden sein, manchmal erreichbar mit ein paar Schritten zu Fuß. Es gibt Menschen die können, wollen oder dürfen nicht Autofahren, auch für sie wollen wir moderne, leistungsfähige, sichere und bezahlbare Mobilität anbieten.

    Mit der Entscheidung für die Trasse auf dem Bahnweg wird das dortige Naherholungsband für Fuß- und Radverkehr eng begrenzt, ein Radschnellweg kann dort nicht mehr entstehen.

    Wir blicken mutig in die Zukunft. Unser Verhalten als mobile BürgerInnen wird sich verändern, wir wollen und werden mit dem Betrieb der Stadtbahn Co2 einsparen, um den Klimawandel einzudämmen und haben dies auch im Mobilitätskonzept beschlossen!

    Wir hören auf die jungen Menschen und ihr Votum, sie werden die Bahn lange erleben und nutzen. Die Jugend ist offen für neue Möglichkeiten, nutzt verschiedene Verkehrsmittel selbstverständlicher und profitiert besonders von der besseren Anbindung.

    Die Region rückt mit der Regionalstadtbahn enger zusammen. Ihre vielfältigen Angebote werden besser erreichbar. Menschen erreichen Pfullingen leichter, um hier zu lernen, zu arbeiten, einzukaufen oder unsere Veranstaltungen zu besuchen. Der Austausch und ein geweiteter Blick über den Tellerrand tun uns gut und bringen frischen Wind.

    Wir sind in der Verantwortung – in der Mitverantwortung für ein modernes Nahverkehrsnetz, das die Menschen einer großen Region verbindet und uns als Stadt an die Region Neckar-Alb (hier wohnen etwa 700.000 Menschen) und den Ballungsraum der Metropolregion Stuttgart besser anbindet. Wir sind damit Teil eines großen Infrastruktur-Projektes mit insgesamt acht Linien und 200 km Streckenlänge, davon sind 4,8 km auf Pfullinger Gemarkung.

    Wir sind in der Verantwortung, die Bundes – und Landesmittel so auszugeben, dass sie uns als Stadtbevölkerung den besten Nutzen bringen aber auch in der Verantwortung für die im oberen Echaztal und auf der Alb liegenden Nachbargemeinden. Wir können die Zukunft nur begrenzt vorhersehen, gestalten sie aber mit unserem Tun mit, verantwortlich und phantasievoll. Hier kann eine Trainerweisheit aus dem Sport hilfreich sein:

    „Ein guter Handballer weiß, wo der Ball ist. Ein sehr guter weiß, wo der Ball sein wird.“ (Originalzitat: „A good hockey player plays where the puck is. A great hockey player plays where the puck is going to be.“ – Wayne Gretzky)

    In Verantwortung für die nächste Generation, ihre Mobilität und den Klimaschutz freuen wir uns auf eine mit Leuten und Leben gefüllte Stadt, auf moderne Verbindungen in die Region. Wir stellen uns mit Mut und Phantasie dieser Verantwortung. Die RSB war eine Vision, jetzt wird sie Wirklichkeit.

    Ihre GAL-Fraktion im Pfullinger Gemeinderat: Anke Burgemeister, Dr. Antje Schöler, Traude Koch

    Hier finden Sie alle Statements – link (Quelle: Amtsblatt Pfullingen 13. November 2025, Nummer 46)

  • Letzte Diskussion zur Pfullinger Trassenentscheidung der Regionalstadtbahn (RSB) im Gemeinderat und Stellungnahme der GAL (4.11.2025)

    Statement Anke Burgemeister …hier…

    Statement Antje Schöler

      Seit mehr als 20 Jahren setzt sich die GAL für die Regionalstadtbahn ein. Daher freuen wir uns, dass dieses Thema nun einen Schritt weiter in Richtung Realität macht.

    Heute geht es um die Trassenentscheidung durch Pfullingen. Beide Trassen haben ihre Vorteile und beide Trassen Ihre Schwierigkeiten. Aber beide Trassen sind möglich!

    Und es ist richtig, wir entscheiden hier etwas, was für die nächsten Jahrzehnte das Erscheinungsbild und unsere Stadt prägen wird.

    Und genau aus diesem Grund sind wir von der GAL davon überzeugt, dass die Innenstadttrasse die bessere Trasse für Pfullingen ist.

    Mit der Innenstadttrasse liegen eben die nächsten Jahrzehnte die Haltestellen genau an den richtigen Stellen (eben möglichst Nahe an unseren Schulen, möglichst Nahe an unseren kulturellen Einrichtungen und unseren Sportstätten, eine Nähe zur  Innenstadt an sich,   – und auch das Gewerbegebiet Steinge mit vielen Arbeitsplätzen ist besser erschlossen).

    Und die Haltestellen sind sichtbar und da wo was los sein soll.

    Die Innenstadttrasse weist für Pfullingen das größere Fahrgastpotential auf und es können mehr Pfullinger BürgerInnen von der Stadtbahn profitieren, da auch große Teile der Weststadt im Einzugsgebiet liegen. 

    Wir sind auch davon überzeugt, dass eine Vernetzung mit anderen Verkehrsmitteln wie Bussen – aber eben auch mit dem PKW – über sogenannte Mobilitätshubs – an der Innenstadttrasse besser möglich sind.

    Ein weiterer Pluspunkt für die Innenstadtrasse ist die von der Stadtverwaltung hervorgehobene Chance für eine begleitende städtebauliche Entwicklung entlang der ehemaligen Bundesstraße. 

    Auch davon sind wir überzeugt: Pfullingens Erscheinungsbild sowie Aufenthalts- und Wohnqualität wird an Marktstraße, Großen Heerstraße, Klosterstraße durch die Stadtbahn besser als bisher – und nicht schlechter.

    Es ist auch richtig, das autonome Fahren wird auch kommen, aber nicht als Lösung für ein Regionales Infrastrukturprojekt, sondern als Ergänzung. Ich würde es sogar andersherum sagen: wenn wir die Vorteile des Autonomen Fahrens nutzen wollen, dann ist ein leistungsfähiger ÖPNV Grundvoraussetzung.

    Die Verkehrsprognose sagt, dass es zu Verkehrsverlagerungen von der Markstraße / Klosterstraße in andere Straßen – z.B. in die Friedrichstraße und Römerstraße – kommen wird. Daher werden wir uns von der GAL auch dafür stark machen, dass auch in der Weststadt der ÖPNV attraktiv ausgebaut (z.B. Ergänzend mit Quartiersbussen) und in den besagten Straßen verkehrsberuhigende Maßnahmen umgesetzt werden. 

    Ein Umstieg auf den ÖPNV wird dann möglich wenn er von den Menschen auch erreicht wird. Und dafür müssen wir auch in Pfullingen die Weichen stellen.

    Wir schließen uns uneingeschränkt den Ausführungen der Stadtverwaltung und auch den Ausführungen des Jugendgemeinderates an.

    Daher das Votum der GAL:  Innenstadttrasse.

    Statement Anke Burgemeister

    Die Argumente, die für die Innenstadttrasse sprechen, wurden eigentlich schon alle genannt. Ich möchte hiermit nochmal die Gründe betonen, die für uns als GAL für die Innenstadttrasse sprechen. Der Radweg auf der alten Bahntrasse ist mehr als ein Radweg, auf dem man irgend wie von A nach B kommt. Wir möchten, wie auch schon vom JGR genannt, die alte Bahntrasse uneingeschränkt als Fuß- und Radweg und auch als überregionaler Radverkehrsweg erhalten und diesen sogar noch weiter ausbauen. Die mehr als 2500 Radler und Radlerinnen pro 24h sprechen für sich. Das Ziel in unserem Mobilitätskonzept ist, den MIV zu reduzieren und den ÖPNV und den Fuß- und Radverkehr zu fördern. Deshalb muss die Bahntrasse unbedingt als attraktiver Rad- und Fußweg erhalten bleiben. Dieser Radweg ist nicht nur als Pendlerstrecke wichtig, die alte Bahntrasse hat auch einen sehr großen Freizeitwert und ist ein wichtiger Naherholungsraum für Familien mit Kindern, für die Bewohnerinnen und Bewohner des Haus am Stadtgarten und als alltägliche Nord-Süd Verbindung, um zu Fuß oder mit dem Fahrrad sicher und auf attraktiver Strecke in die Stadt zu gelangen. Weiterhin hat ein Gutachten ergeben, dass der Gehölzbestand entlang der alten Bahntrasse eine Verbindungsachse und ein Wanderkorridor für Kleinsäuger und Vögel von der Stadt in die freie Landschaft ist. Hier müssen 500 Bäume gefällt werden und die grüne Trasse durch Pfullingen wäre so nicht mehr vorhanden. Zu den Bedenken, dass die Straßen zu voll werden, wenn die RSB durch die Innenstadtfährt. Auch jetzt schon halten 11 Busse pro Stunde am Lindenplatz und der MIV musshinter jedem anhaltenden Bus mit anhalten, bis der Bus wieder weiter fährt. Zum Abschluss möchte ich noch sagen, dass der JGR hätte hier eigentlich mitbestimmen müssen. Denn wie Kaleb Maier vom JGR schon selber gesagt hat, bauen wir die RSB zu einem sehr großen Teil für die zukünftigen Generationen.

  • Stellungnahmen der Fraktionen zur Regionalstadtbahn im GEA

    Stellungnahmen der Fraktionen zur Regionalstadtbahn im GEA

    Durch den schienengebundenen ÖPNV mit einem für Pfullingen 15 Minuten Takt nach Reutlingen und 30 min Takt nach Tübingen, Urach und Engstingen, erhalten wir eine zukunftsfähige, schnellere, komfortablere und barrierearme Mobilitätsform mit deutlich höherer Kapazität als bisherige Busse.

    Aus Gründen des Klimaschutzes muss unsere Mobilität so schnell wie möglich klimaneutral werden. Als echte Alternative zum Auto entlastet die Bahn den Straßenverkehr, sie leistet durch ihre Effizienz hier einen großen Beitrag. was zu weniger Staus und besserer Luftqualität führt.

    Zunächst unabhängig von der Trassenführung hat die schnellstmögliche Realisierung der Regionalstadtbahn in und für Pfullingen sehr hohe Bedeutung, die Vor- und Nachteile beider Trassen sollten sachlich betrachtet und nicht gegeneinander ausgespielt werden.

    In der Abwägung der Vor- und Nachteile priorisieren wir als GAL-Fraktion die Innenstadttrasse. Diese weist ein höheres Fahrgastpotenzial auf, die Haltestellen erschließen genau die richtigen Stellen. Die Innenstadttrasse bietet weitere Chancen:

    • unsere Leitungsinfrastruktur parallel zum Bau der Bahn zu entwickeln und dafür zusätzliche Fördermittel zu erhalten
    • Umgestaltung der alten Bundesstraße zu einem klimafreundlichen Straßenraum mit Grünstreifen und hoher Aufenthaltsqualität der Haltestellen
    • die Bahntrasse bleibt Naherholungsgebiet, wichtig für sichere Verbindungen im Fußverkehr und kann für gemeinsame Nutzung des Fuß- und Radverkehrs verbessert werden.

    In der Folge des Baus der RSB ist eine kluge Neuaufstellung aller Buslinien nötig, als Zubringer zur Bahn und für effektiv geführte Ost – West – Verbindungen. Auch bei der Verknüpfung der verschiedenen Verkehrsarten sehen wir die Innenstadttrasse im Vorteil.

    Unser Fazit zur Regionalstadtbahn:  JA unbedingt – SCHNELL – und wenn keine wichtigen Gründe dagegen sprechen – auf der INNENSTADTTRASSE!