Liebe MitbürgerInnen und liebe KollegInnen im Gemeinderat,
die Entscheidung für die Stadtbahn und deren Trasse braucht Mut und Phantasie.
Wir brauchen Phantasie, um uns vorstellen zu können, wie unsere Stadt zukünftig aussehen wird. Wie wollen wir wahrgenommen werden? Als nette verschlafene Kleinstadt, an der das Leben vorbeifährt oder als einladender Ort, in dem das Leben pulsiert? Wer am liebsten mit dem eigenen Auto fährt, kann dies auch weiterhin tun. Parkplätze werden nach wie vor vorhanden sein, manchmal erreichbar mit ein paar Schritten zu Fuß. Es gibt Menschen die können, wollen oder dürfen nicht Autofahren, auch für sie wollen wir moderne, leistungsfähige, sichere und bezahlbare Mobilität anbieten.
Mit der Entscheidung für die Trasse auf dem Bahnweg wird das dortige Naherholungsband für Fuß- und Radverkehr eng begrenzt, ein Radschnellweg kann dort nicht mehr entstehen.
Wir blicken mutig in die Zukunft. Unser Verhalten als mobile BürgerInnen wird sich verändern, wir wollen und werden mit dem Betrieb der Stadtbahn Co2 einsparen, um den Klimawandel einzudämmen und haben dies auch im Mobilitätskonzept beschlossen!
Wir hören auf die jungen Menschen und ihr Votum, sie werden die Bahn lange erleben und nutzen. Die Jugend ist offen für neue Möglichkeiten, nutzt verschiedene Verkehrsmittel selbstverständlicher und profitiert besonders von der besseren Anbindung.
Die Region rückt mit der Regionalstadtbahn enger zusammen. Ihre vielfältigen Angebote werden besser erreichbar. Menschen erreichen Pfullingen leichter, um hier zu lernen, zu arbeiten, einzukaufen oder unsere Veranstaltungen zu besuchen. Der Austausch und ein geweiteter Blick über den Tellerrand tun uns gut und bringen frischen Wind.
Wir sind in der Verantwortung – in der Mitverantwortung für ein modernes Nahverkehrsnetz, das die Menschen einer großen Region verbindet und uns als Stadt an die Region Neckar-Alb (hier wohnen etwa 700.000 Menschen) und den Ballungsraum der Metropolregion Stuttgart besser anbindet. Wir sind damit Teil eines großen Infrastruktur-Projektes mit insgesamt acht Linien und 200 km Streckenlänge, davon sind 4,8 km auf Pfullinger Gemarkung.
Wir sind in der Verantwortung, die Bundes – und Landesmittel so auszugeben, dass sie uns als Stadtbevölkerung den besten Nutzen bringen aber auch in der Verantwortung für die im oberen Echaztal und auf der Alb liegenden Nachbargemeinden. Wir können die Zukunft nur begrenzt vorhersehen, gestalten sie aber mit unserem Tun mit, verantwortlich und phantasievoll. Hier kann eine Trainerweisheit aus dem Sport hilfreich sein:
„Ein guter Handballer weiß, wo der Ball ist. Ein sehr guter weiß, wo der Ball sein wird.“ (Originalzitat: „A good hockey player plays where the puck is. A great hockey player plays where the puck is going to be.“ – Wayne Gretzky)
In Verantwortung für die nächste Generation, ihre Mobilität und den Klimaschutz freuen wir uns auf eine mit Leuten und Leben gefüllte Stadt, auf moderne Verbindungen in die Region. Wir stellen uns mit Mut und Phantasie dieser Verantwortung. Die RSB war eine Vision, jetzt wird sie Wirklichkeit.
Ihre GAL-Fraktion im Pfullinger Gemeinderat: Anke Burgemeister, Dr. Antje Schöler, Traude Koch
Hier finden Sie alle Statements – link (Quelle: Amtsblatt Pfullingen 13. November 2025, Nummer 46)
